Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
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Aus ſeinem Serail zu Janina herrſchte Ali ſchon beinahe despotiſch uͤber Epirus, und ungeach⸗ tet der Freiheiten und Rechte, welche den Chriſten gewaͤhrt worden waren, oft ſogar mit Verachtung der Befehle des Sultans, behandelte er Albanien als erobertes Land. An der Spitze von 4000 ent⸗ ſchloſſenen Armatolis verpflanzte er die Bewohner des Suͤdens nach dem Norden und die des Nor⸗ dens nach dem Suͤden, aͤſcherte Doͤrfer ein, er⸗ hob Tribut und zeigte ſich nach dem Ausſpruche der ungluͤcklichen Albaneſer als die raͤchende Gei⸗ ßel Gottes.

Gegen das Enbe des Monats Januar 1788 mit der Abenddaͤmmerung tobte ein mit Hagel und Schnee gemiſchter Sturm wuͤthend in dem Grucha oder dem Defilé von Debelen, das von dieſer Stadt nach Berat fuͤhrte. Im Grunde dieſes Defilés lief ein ſchmaler, mit Felsſtuͤcken bedeckter Weg laͤngs des ſteilen Bettes der Voſouſſa hin, eines ungeſtuͤmen Fluſſes, der, nachdem er die Mauern von Debelen beſpuͤlt hat, ſich noͤrdlich wen⸗ det und ſich dann in das adriatiſche Meer ergießt.

Nichts kann entſetzlicher ſein, als dieſe tiefe, öde Schlucht, ein finſtres Bild des Chaos. Durch

unterirdiſche Feuer gehoben, durch die Jahrhun derte oder durch vulkaniſche Bewegungen zu bi

zarren Maſſen aufgethuͤrmt, zwaͤngen rieſenhafte Felſen von grauem Granit den Fluß und den Weg ein, und erheben ſich beinahe parallel bis zu einer