Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
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waͤſſern mehrere fruchtbare Thaͤler an der Grenze

des albaniſchen Gebietes; denn das Klima dieſes Landes wird immer kaͤlter und kaͤlter, je tiefer man in das Innere vordringt, und funfzehn bis zwan⸗ zig Stunden von der Kuͤſte iſt der Winter eben ſo rauh und anhaltend, wie in Savoyen.

Treu der lateiniſchen Kirche, war die albaneſi⸗ ſche Nation, ſtets ausgezeichnet durch die Energie ihres ungezuͤgelten Charakters, ſo wie durch ihre Tapferkeit, lange in ihrem religioͤſen Glauben un⸗ erſchutterlich. Ungeachtet der ottomaniſchen Er⸗ oberung herrſchte daher auch bis zu Ende des 16. Jahrhunderts die chriſtliche Religion in jenen Ge⸗ genden vorz um jene Zeit aber erkannten die Sul⸗ 4 tane, durch den Widerſtand des beruͤhmten Skan⸗ derbeg belehrt, daß die fuͤrchterlichſten Gewalttha⸗ ten die Albaneſer nicht zum Abfall von ihrem Glauben zwingen koͤnnten, und ſie kamen daher auf den Gedanken, ſie dadurch zum Uebertritt zu bewegen, daß ſie denen ziemlich bedeutende Vor⸗ theile gewaͤhrten, welche den Glauben ihrer Vater verlaͤugneten. Es wurde daher ein Firman von der Pforte erlaſſen, wonach jede chriſtliche albane⸗ ſiſche Familie, welche eines ihrer Kinder in dem muhammedaniſchen Glauben erzoͤge, den freien Be⸗ ſitz ihrer Guͤter genießen und von gewiſſen läſtigen Abgaben frei ſein ſollte. Dieſe Mafregel b wirkte Wunder, denn die Mehrzahl der chriſtliche

Familien machten dem Muhammedismus dieſes Z