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Eine ſchoͤne Seele iſt alſo die eines Men⸗ ſchen, welcher ſein Vergnuͤgen in dem zu bemerken nur ſucht und findet, was Andere Thränen oder Blut koſtet!.. Eine ſchoͤne Seele, die eines Men⸗ ſchen, welcher durch ſeine Laſter und Verbrechen faſt die Menſchlichkeit uberſchreitet! Bei Gott! Sie ſind zu nachſichtig, mein Herr Beichtvater,“— rief endlich der Graf, indem er unruhig in ſeiner Gallerie auf und abging.
„Erlauben Sie mir, Herr Graf,“ fuhr kalt der Abbé fort,—„daß ich anfangs von Don Juan, Lovelace, und ſogar vom Satan ſprach, und daß die⸗ ſer Vergleich Sie zu beleidigen ſchien.“
„Wohlan! Es iſt entſetzlich, das einzugeſte⸗ hen,“— ſagte Heinrich mit leiſer Stimme— „doch es iſt wirklich ſo; ja ja, Sie hatten Recht; aber wie, zum Teufel, ſollte man auch ſo eine Aehnlichkeit eingeſtehen!“
„Ich hatte alſo richtig errathen, Herr Graf; Sie ſind gluͤcklich, daß Sie ſich verdorbener fuhlen, als Don Fuan und Lovelace; verdorbener als dieſe trotzigen und verächtlichen Menſchen, in deren Augen die Menſchheit nur ein Spielball oder ein Opfer iſt: kurz, Sie ſind der Graf von Vaudrey⸗ Hiernach muß ich Ihnen mehr als je ſagen wir wollen nicht mehr zuſammen ſprechen, Sie wurden es bedauern, Herr Graf.“
„Wie ſo, Herr Abbé?“


