Teil eines Werkes 
71.-74. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 9.-12. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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liche Augenblicke, glauben Sir mir. wenn es auch nur die Traurigkeit waͤre, die mich ver⸗ zehrt, wenn ich allein bin, Herr Abbé!..„

„Sie uͤbertreiben ein wenig, Herr Graf, es iſt Langeweile, aber nicht Traurigkeit.“

„Ja, Herr Abbé,. ja, es iſt ſo⸗ gar Verzweiflung, Sie können es mir glauben,. denn kurz, ich zähle mich zu den Verbrechern.. und ich habe wohl Urſache, in Verzweiflung zu gerathen.“

„In Wahrheit, Herr Graf, Sie ubertreiben Ihre Fehler, wie uͤbrigens alle ſchoͤne Seelen zu thun pflegen,“ fuhr der Abbé ironiſch fort, welcher verachtlich lächelte, indem er den auf ſeine Laſter ſtolzen Grafen dahin gebracht ſah, ſich freiwillig mit den grellſten Farben zu ſchildern.

„Hölle und Teuftel! Potz Element, Sie ſind zu nachſichtig, Herr Abbé,“ nahm der Graf das Wort.„Zum Henker! Meine Seele iſt in der That ſchoͤn! In einer Friſt von drei Monaten ſtirbt eine Frau, welche mich verwuͤnſcht; und ich toͤdte im Duell den Ehemann einer Andern, welche gezwungen iſt, ſich in ein Kloſter zuruͤckzuziehen.. Ich habe in der That eine ſchone Seele, wenn nichts mich ruhrt, wenn nichts mich zuruͤck⸗ halt, wenn ich Familien troſtlos und ungluͤcklich mache. Eine ſchone Seele, in der That; ſehr würdig, jenes ruhige Gluͤck und jene reinen Fa⸗ milienfreuden zu genießen, von denen Sie ſprachen!

Die Seewarte v. Koat⸗Ven. III. 4