Teil eines Werkes 
71.-74. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 9.-12. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Bosheit verwechſelt; und das Gefuͤhl der verborge⸗ nen Tugenden, welches in Ihrem Herzen ſchlum⸗ mert und bald erwachen wird, kann Ihnen bewei⸗ ſen, daß ich das Gluͤck hatte, Ihnen wahrzuſagen.“

„Donner und Wetter, Herr Abbé!“— rief der Graf zornig.—„Es beliebt Ihnen wohl, zu ſcherzen?

„Ich ſcherze niemals, Herr Graf,“ fuhr der Abbé mit einer eiſigen Miene fort:—„ich wun⸗ dere mich nur, daß ein Urtheil, welches ganz zu Ihrem Vortheil iſt, Sie beleidigen kann!..

„Es beleidigt mich nicht, Herr ſagte Heinrich, indem er ſeine Kaltbluͤtigkeit wieder gewann—„es beleidigt mich nicht; allein es er⸗ zurnt mich, weil Sie mir da ein Gluͤck ſchildern, welches ich unglucklicherweiſe nicht verdiene; Be⸗ dauern iſt es, was ich fuͤhle, aber das iſt auch Alles; denn, unter uns, ich habe und werde nie etwas von dem beſitzen, deſſen man bedarf, um eine Frau und eine Familie gluͤcklich zu machen; ich bin beſtimmt, allein zu leben, Herr Abbé,“— fugte der Graf mit dem tiefen Seufzer eines Ver⸗ zweifelnden hinzu—„allein, ewig allein!

„Sie machen es ſich zum Vergnuͤgen, ſich ſelbſt zu verleumden.“.

„Nicht doch, Herr Abbé, nicht doch! Zum Teufel, ich muß mich doch beſſer kennen: ich bin ſinnlich, unbeſtaͤndig, ich verleumde gern, ich habe einen abſcheulichen Charakter, und oft empfinde ich