Studium eines Gelehrten fuͤr ſich. Sie ſind, mit
einem Worte, weder ein Heiliger, noch ein Denker, noch ein Weiſer; die Einſamkeit wird Ihnen zur Laſt, ich glaube es gern, aber mir kommt es nicht zu, ſie Ihnen zu erleichtern, Herr Graf!“
„Doch, Herr Abbé; ſo großartig auch Ihre Unterhaltung iſt, ſo ſchwoͤre ich Ihnen dennoch, daß ich Gefallen und Intereſſe daran finden wuͤrde, denn, unter uns geſagt, ich bin doch, zum Henker,
kein Dummkopf.“
„Sie haben Geiſt, Herr Graf, und ich habe keinen mehr, wir koͤnnten uns daher einander nicht verſtehen.“
„Das, nenne ich chriſtliche Liebe, Herr Abbé.„
„Das waͤre vieehe Hochmuth, Herr Graf; auch, glauben Sie mir, laſſen Sie uns nicht plaudern, Sie wuͤrden es bedauern.“
„Bedauern? Herr Abbé. bedauern?.. Ach! bei Gott, das reizt meine Neugierde und was, zum Teufel, ſollte ich bedauern?
Der Abbé antwortete dem Grafen, uͤber den Stolz des durch die Mittelmaͤßigkeit ſeines Ver⸗ ſtandes gluͤcklichen Menſchen, welcher das Ungluͤck herauszufordern ſchien, innerlich entruͤſtet, mit kal⸗ ter, faſt verächtlicher Miene:
„Weil Sie es ſo wollen, Herr Graf, laſſen Sie uns, wenn es Ihnen gefaͤllig iſt, uber dieſen
Gegenſtand ſchwatzen. Wenn Sie ſich bis jetzt


