Indem der Abbé alſo dieſe Bekenntniſſe anhoͤrte, malte ſich in ſeinen theilnahmloſen Zuͤgen weder Mißbilligung noch Schrecken, noch Zorn; er ſah nur dem Grafen feſt ins Geſicht und begann end⸗ lich mit kalter Miene:
„Sie wuͤnſchen alſo mit mir zu plaudern, Herr Graf? Ich ſtehe zu Ihrem Befehl; allein unſere Unterhaltung wird ſonderbarer Art ſein, denn Sie ſind ein großer Herr, an die Freuden der Welt gewoͤhnt, und ich bin nur ein einfacher Prieſter, deſſen Worte ernſthaft ſind.“
„Das iſt es eben, was ich ſuche, Herr Abbé;
das iſt ja zum Entzucken, denn ich liebe die Con⸗ traſte. Auch wird es mir ein unerhoͤrtes Vergnuͤ⸗ gen machen, mich ernſthaft zu unterhalten; denn, ich wiederhole es Ihnen, die Zeit wird mir ent⸗ ſetlich lang, wenn ich allein bin.“
„An Ihrer Stelle, Herr Graf, wuͤrde ich, wenn ich die Langeweile nicht beſiegen koͤnnte, ihr durch den Schlaf zu entgehen ſuchen.
„Wie, zum Teufel, Herr Abbée. aber eſſen, trinken und ſchlafen, wenn ich mich nicht ſchlage.. wurde ja dem Daſein eines unvernuͤnftigen Thie⸗
res gleichen; und, zum Henker, Sie geben mir als ein Diener des heiligen Evangeliums einen ſonder⸗ baren Rath„
„Sie haben, Herr Graf, um Ihren Geiſt zu beſchaftigen, weder das Vertrauen eines Glaͤubi⸗ gen, noch die Phantaſie eines Dichters, noch das


