„Sehen Sie, Herr Abbé, ich bekomme Lange⸗ weile zum Sterben, und bedarf Ihrer Huͤlfe. nicht gerade um zu beichten, wohl aber um mich von dem ſonderbaren Zuſtande zu unterhalten, in welchem ich mich ſeit einiger Zeit befinde. um frei zu ſprechen, muß ich Ihnen geſtehen, daß ich alle moͤgliche Ausſchweifungen begangen habe; ich habe thoͤrichte oder traurige Abenteuer gehabt, glücktiche oder ungluͤckliche Duelle, Kaͤmpfez Schiffbruche erlitten, kurz, allen Teufel erfahren...
„Doch ungeachtet der Erinnerungen, welche ein ſo bewegtes Leben in mir zuruͤcklaſſen ſollte, fuͤhle ich, wenn ich einmal am Vord bin, und nicht gegen einen Sturm zu kampfen, oder Kanonen⸗ ſchuͤſſe gegen Jemand zu thun habe, eine ver⸗ dammte Langeweile... Sehen Sie alſo zu, Herr Abbé, vielleicht kommt es daher, weil ich eine Akt von Gewiſſensbiſſen in mir fuͤhle; denn, be⸗ vor ich Frankreich verließ, habe ich mich ſehr grau⸗ ſam gegen eine Frau betragen, die mir doch ſo zu⸗ gethan war, als man es nur immer ſein kann. Und, ſehen Sie, Herr Abbé, ubrigens erlaubt Ih⸗ nen Ihr Stand, dieſe Art von Bekenntniß anzu⸗ hören. Vernehmen Sie mich alſo.“
Und nachdem Heinrich das Abenteuer auf dem Thurm von Koat⸗Vén und den vermeintlichen Tod Rita's erzählt hatte, fugte er mit einer ſchwermuͤ⸗ thigen Miene hinzu:„Sehen Sie, Herr Abbé, ich wuͤrde nicht verwundert ſein, wenn einige Abenteuer


