—
— 13—
Das Musketenfeuer beginnt und praſſelt einen Augenblick; denn der Gebrauch der Kanone wird unmoͤglich; bald aber erliſcht Alles, Alles ſchweigt, und auf dies Getöſe folgt die duſtere Stille der blanken Waffe;.. denn nun bedient man ſich des Sabels, des Dolchs, der Axt, der Pike, der Naͤ⸗ gel und der Zähne.
Von dem Entern ſelbſt kann man ſich leicht einen Begriff machen. Man darf ſich nur vorſtel⸗ len, daß ſich auf jeder Fregatte dreihundert Mann Schiffsvolk befinden, und daß ſich dieſe ſechshun⸗ dert Mann mit der blanken Waffe in einem Raume von hundert und zwanzig Fuß Länge und acht und dreißig Breite...(Länge und Breite des Verdecks eines dieſer Schiffe) erwuͤrgen, und daß dieſer Raum, durch die Laffetten, die Schaluppen und die Leichname, noch um den dritten Theil ver⸗ ringert iſt.
Aber von der Hoͤhe eines Vogelflugs oder Ruhm⸗ flugs(wenn man ſo ſagen kann) verwiſchen ſich alle dieſe kleinlichen Nebenumſtaͤnde, und ein Seekampf, oder das Entern, bietet dem Auge das verfuhreriſcheſte Gemalde dar, welches man ſich denken kann.
Nachdem dieſes Gemetzel zwanzig Minuten ge⸗ dauert hatte, wurde die rothe Flagge plotzlich her⸗ abgelaſſen, nicht, um ſich wieder zu erheben und ſtolz zu gruͤßen, wie vor dem Kampfe.— Nein, ihr Niederlaſſen war ſchimpflich, verzweifelt, blutig,


