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Es war der Oberwwundarzt der Sylphide, Doe⸗ tor Gédeon, ein kleiner, dicker Mann, mit runden,
rothen Vollmondsbacken, gepudert und bekleidet
mit einem eiſengrauen Rock, deſſen Kragen und Aufſchlaͤge von karmoiſinrothem Sammet waren, und einer Weſte und Hoſen von gleichfarbigem Sammet mit dem Rocke.
Beim Anblicke des Doctors ſetzte ſich die Wittwe wieder und griff von Neuem nach ihrem Rocken, denn ſie wollte einen Fremden nicht zum Augen⸗ zeugen jener haͤuslichen Zwiſte machen.
Jean unterdruͤckte ſeinen Zorn im Entſtehen, ging dem Doetor entgegen, und reichte ihm die Hand.
„Guten Morgen, Doctor, was giebt's Neues?“
„Weiter nichts, als die Ankunft unſers Unge⸗ thuͤms von Commandanten, der noch heute oder morgen hier eintreffen ſoll.“
Dieſe Neuigkeit ſchien auf Jean Thomas ei⸗ nen unangenehmen Eindruck zu machen.
„Herr Doctor, warum nennen Sie denn den Commandanten ein Ungethuͤm?“ fragte die Wittwe hinter ihrem Rocken.
„Erſtens darum, weil er Commandant iſt, fer⸗ ner weil er von Adel iſt, ein Freiherr, ein Tauge⸗ nichts, wie die Philoſophen zu ſagen pflegen; weil er zu jenen Wichten gehoͤrt, die die Pfaffen unterſtuͤtzen, und in mancher andern Hinſicht ein Ausbund iſt.“
Bei dieſen Worten ſtand die Wittwe auf, legte ihre Kunkel bei Seite, und ſprach zu ihrem Sohne


