Teil eines Werkes 
67.-70. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 5.-8. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Lage geriſſen? Fluch denen, die Leidenſchaften in mir erweckten, welche ewig ſchlummern mußten! Fluch denen, die mich nicht unter den Leuten mei⸗ nes Standes ließen! Fluch denen, die in mir Be⸗ duͤrfniſſe und Gedanken erregten, die ich jetzt und niemals befriedigen kann, und die, da haſt Du ganz Recht, mein Leben vergiften werden, waͤre es auch großartig und glorreich, wie Jean⸗Bart's Le⸗ ben! Ja, Fluch auch uͤber Dich, o Mutter, die Du, ſtatt in der Wiege mich zu erdroſſeln, mich in ein kummer- und verzweiflungsvolles Leben hinaus⸗ ſtießeſt!“

Wuͤthend und aufgebracht kannte Jean Tho⸗ mas ſich ſelbſt nicht mehr, und maß das Zimmer mit gewaltigen Schritten.

Kaum hatte er dieſe harten Reden ausgeſtoßen, als das arme Weib ruhig und wuͤrdevoll aufſtand, mit der einen Hand ſich auf ihren Seſſel ſtutzte und mit der andern auf die Thur zeigte.

„Geh, Burſche,“ ſprach ſie zu ihrem Sohne, „ſchwer wird Gottes Zorn dieſes Haus treffen, wo ein Sohn ſeiner Mutter fluchte!— Seiner Mut⸗ ter!—“ wiederholte ſie mit dem Ausdruck des tief⸗ ſten Schmerzes, und eine Thraͤne rollte über die hohlen Wangen der Wittwe.

Jean hoͤrte nicht darauf, und ſchritt noch im⸗ mer heftig im Zimmer auf und nieder.

Da unterbrach eine dritte Perſon dieſe trau⸗ rige und feierliche Scene.