Teil eines Werkes 
67.-70. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 5.-8. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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chen, das mit ſeinen zierlich gruͤnangeſtrichenen Fenſterladen und weißen Mauern, durch eine glaͤn⸗ zende Reinlichkeit einen ſonderbaren Contraſt mit der ſchmutzigen Umgebung bildete.

Dieſes Haus gehoͤrte der Frau Thomas, welche die Wittwe des Herrn Thomas, des erſten Buͤr⸗ gerkanoniermeiſters, und die Mutter des Brander⸗ Capitaͤns, blauen Officiers und Lieutenants der Fregatte„Sylphide“ war, die der Graf Heinrich von Vaudrey commandirte, des Herrn Jean Thomas. Es war ungefähr um 2 Uhr Nachmittags, als die Wittwe Thomas, in einem großen und altvaͤteriſchen Seſſel von utrechter grauem Sammet mit breiten wolligen Streifen ſitzend, die Nachahmung Jeſu Chriſti mit tiefer Empfindung las. Ihre Füße ruh⸗ ten auf einem kleinen Schemel, der von gleichem Stoff wie der Seſſel war. Ein Spinnrad und eine Kunkel, die neben ihr lagen, zeigten deutlich, daß die fromme Frau ihre Arbeit hatte ruhen laſſen, um ſich jener heiligen Lecture zu weihen.

Die Wittwe Thomas war bereits ſiebzig Jahr alt. Nach der Bretagner Mode trug ſie einen Rock von brauner Wolle und ein kleines Haͤubchen von weißer Leinwand, das ſich eng an den Kopf ſchloß und nicht ein einziges ihrer Haare ſehen ließ.

Ihr ſanftes und ruhiges Geſicht verrieth eine zufriedene Seele, und das Tageslicht, das durch ein enges Fenſter hereinfiel, deſſen kleine Glas⸗ ſcheiben mit Blei umzogen waren, beleuchtete die

2 Die Seewarte v. Koat⸗Vén. M. 5