Teil eines Werkes 
67.-70. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 5.-8. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
Einzelbild herunterladen

in das tiefſte Stillſchweigen vergraben zu muͤſſen ſchienen, zwei anonyme Briefe, die allem Ver⸗ muthen nach von der Marquiſe von Vaillè aus⸗ gingen, welche Heinrich der Frau von Cernan aufgeopfert hatte, dem Herrn von St. Eyr und dem Herrn von Cernan, daß man ſie Beide zu Narren gehabt, und während der Reiſe des Mannes nach Nevers ſein Weib mit Vaudrey ge⸗ buhlt haͤtte. Die That ward durch eine Kam⸗ merfrau der Baronin verrathen, die bisher Treue gegen ihre Gebieterin geheuchelt, aber wahr⸗ ſcheinlich durch jene Niedertraͤchtigen, die das ganze Ungluͤck angerichtet hatten, beſtochen wor⸗ den war und dem Baron Alles geſtand.

Bis jetzt, mein Freund, habe ich nur die Rolle des Erzaͤhlers geſpielt, nun aber trete ich in dieſer Tragicomoͤdie als Acteur ſelbſt mit auf.

Vor drei Tagen ließ mich Heinrich bitten, ſo ſchnell als moͤglich zu ihm zu kommen; ich lief hin, und fand ihn in der groͤßten Unruhe. Ich erwartete Dich, ſagte er zu mir,denn ich ſitze gar ſchrecklich in der Tinte. Mei⸗ netwegen iſt mir's ganz gleich, aber ſie, die arme Frau von Cernan, wird troſtlos ſein. Na, das iſt nun weiter nichts; ich habe Dir nur geſchrieben, um Dich zu bitten, einer mei⸗ ner Secundanten zu ſein, Cruſſol iſt der an⸗ dere. Ich ſchlage mich nämlich noch dieſen Morgen mit dem Herrn von Cernan und dem