——
Deiner zarten, ſammtenen Finger aufſteigend durch dieſen vollen Lilienarm, wird er Dir nicht deutli⸗ cher, als ich es kann, zufluͤſtern: Dieſe ſchoͤne Hand, dieſen goͤttlichen Arm, ich liebe ſie!— Ich will ſchweigen, und wenn meine Lippen Deine Wimpern ſchließen, wird dieſer liebegluͤhende Druck deutlicher, als meine Stimme es vermag, Dir zu⸗ fluͤſtern: Ach, dieſe reizenden Augen mit jenen herz⸗
treffenden Blicken, ich liebe ſie, ich liebe ſie!— Ich will ſchweigen—“
„Ach nein, rede, Heinrich, rede! Ach, wie toͤnt Deine Stimme mir ſo ſuͤß und hold! Doch ſage mir, Heinrich, warum jedes Wort aus Deinem Munde, dem Ohre laͤngſt verklungen, ſo lange in meinem Herzen noch nachhallt? Woher das Wohl⸗ gefuͤhl und die Schwaäche, die mich ergroift? War⸗ um ich mich nicht vor dem Tode furchte, und käme er morgen oder heute ſchon? Nie, ach nie, fuͤhlte ich ein ſolches Gluͤck. Woher kommt jenes Wohl⸗ bohagen, das mich durchgluͤht, woher jene ſtuͤrmi⸗ ſche und gluͤhende Regung, die mir das Blut durch die Adern treibt und mit jedem Deiner Kuͤſſe ma⸗ giſch ſteigt? Ja, wenn Du meine Augen kuͤſſeſt, das iſt Wonne; wenn Du meine Haͤnde kuſſeſt, das iſt Wonne, Wonne zum Sterben, Wonne, Goͤtter neidiſch zu machen. Woher dies? ſprich, Heinrich!“
„Woher, meine Caͤcilie?“ rief Heinrich, und
umſchlang mit ſeinen Armen Cäciliens Leib, und


