„Heinrich, Heinrich!— Wie viel ſolcher Lie⸗ bes ſchwuͤre haben dieſe Waͤnde ſchon gehoͤrt?“
„Dann, Cäaͤcilie, haͤtteſt Du ſchon ein Mal mein ſein muͤſſen; dann hätten dieſe Fenſter dieſe„ holden Augen, dieſen roſigen Mund, dieſen uͤppi⸗ gen Wuchs gewiß ſchon ein Mal abgeſpiegelt. Aber nein, heut' ward ihnen zum erſten Mal die⸗ ſes Gluͤck, und ſieh, deshalb beneide ich dieſes Glas; doch nein, nein, im Gegentheil, ich liebe es, ich liebe es, ſo wie ich das Echo lieben wuͤrde, das mir den ſuͤßen Hall Deiner Stimme vielfäͤltig wie⸗ dertoͤnte.“
„In der That, Heinrich, es iſt ein Traum,“ lispelte Caͤcilie, und ihre Augen ſchloſſen ſich all⸗ maͤlig,„und doch kann ich kaum fuͤr einen Traum es halten.“
„Ja, Caͤcilie, ja, mein Engel, es iſt ein Traum, ein goldener Traum, glaube mir es. Ja, wenn Du Dich einſt dieſes Tages des Gluͤcks und der Liebe erinnern wirſt, moͤge Dein Herz Dir ſagen: Dieſes Gluͤck war fluͤchtig, jene Liebe leidenſchaft⸗ lich, jene Gluth berauſchend, ja, es war ein Traum.“. Und dann fuhr Heinrich laͤchelnd fort:„Sei uͤber⸗ zeugt, Caͤcilie, daß eine ſo wirkliche Wirklichkeit
einem Traume nur ſelten ſo gleicht.“
„Ach, ſchweig
„Nun denn, ja, ich will ſchweigen, holder En⸗ gel, ich will ſchweigen, meine Kuͤſſe werden fuͤr mich ſprechen. Ein langer Kuß, von den Spitzen


