Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Wind heulen, den Regen rauſchen zu hoͤren, waͤh⸗ rend man in einem niedlichen, wohlverſchloſſenen Kabinet, beim hellen Feuer des Kamins, halb lie⸗ gend bei der Frau eines Andern, den Kopf in ihrem Schoße, von Liebe koſ't, indem man noch ein koͤſt⸗ liches Mahl und eine lange Nacht der gluͤhenden und verbotenen Luſt zu erwarten hat.

In jenem uͤberſchwenglichen Entzuͤcken nun ſchwelgte Heinrich in dem Kabinet ſeiner petite maison, das wir ſo eben beſchrieben haben.

Heinrich ſaß ſchmachtend zu Cäciliens Fuͤßen, ihre Haͤnde verſchlangen ſich, und luͤſtern ruhte ſein Blick auf ihr.

Ha! noch zittre ich, Heinrich, ſprach Frau von Cernan.Jener Menſch war entſetzlich.

Aber, theurer Engel, denkſt Du denn, daß Leute, die um dieſe Zeit auf den Gaſſen herumlau⸗ fen, holde und feine Leutchen ſind?

Scherzen Sie nicht ſo, Heinrich, ich bin nur allzuſehr erſchrocken. Aber uͤber was, holder Engel? Ein Betrun⸗ kener haͤlt unſern Wagen auf, das iſt was Gewoͤhn⸗ liches. Dieſer Menſch iſt ein Grobian, das iſt auch ſehr natuͤrlich. Darum ſei ohne Furcht, ich liebe Dich ja ſo ſehr, ja, ich liebe Dich, Caͤ⸗ cilie, innig, ach ſo innig! Uns umſchlang das Band der Liebe ſo ſchnell und wunderbar, daß es kein

gewöhnliches und gemeines ſein kann.