blicklich nach Nevers zu reiſen, Ihre Briefe aus den Haͤnden des Herrn von St. Cyr zuruͤckzuholen und ihm die ſeinigen wieder zu uͤberliefern. Ganz gewiß reiſt heute Abend oder morgen fruͤh der Ba⸗ ron ab; ſo gewinnen wir vier und zwanzig Stun⸗ den, ganz fuͤr uns, Cäcilie, und Sie gewinnen durch jenes großherzige Geſtaͤndniß noch obendrein den Vortheil, daß Ihr Gemahl in Zukunft felſen⸗ feſt an Ihre Treue glauben wird.“
„Ha! aus ſolchen Plaͤnen,“ rief Cacilie,„ſpricht Ihr boͤſer Geiſt, jener verruchte Daͤmon. Nie, nie kann ich darein willigen, lieber ſterben, lieber Sie an meiner Liebe zweifeln ſehen————
Der grauende Morgen traf den Baron von Cernan ſchon auf der Straße nach Nevers, und er dachte bei ſich—„Sicher kann ich in Amerika keine ſo tugendhafte Frau finden. Am Rande des Abgrundes zuruͤckzuſchaudern, mir ſo kuͤhn ein ſol⸗ ches Geſtändniß zu thun! Aber wahrlich, ich ſchätze mich ſehr gluͤcklich, mit einem ſo feinen Manne, wie Herr von St. Cyr iſt, zu thun zu haben, denn wahrhaftig, nicht ohne Ruͤhrung kann ich jene Stelle ſeines letzten Briefes leſen.“ Und der Baron las:
„Nein, gnaͤdige Frau, nein, ich verlange „nichts und werde nie etwas verlangen. Habe
„ich nicht ſchon Alles? Habe ich nicht ſchon
„Ihre Liebe? Lieber wollte ich einen hundert⸗


