Sie nie wieder— o koͤnnte ich doch, holde Caci⸗ lie, mindeſtens die Erinnerung mit mir nehmen, daß ich ein Mal wenigſtens uͤberzeugt war, geliebt zu werden, innig geliebt zu werden!— Denn ich weiß es wohl, von Ihrer Seite wuͤrde es ein gro⸗ ßes Opfer ſein; aber welche unermeßliche Liebe wuͤrde dies beweiſen, und wie edel wuͤrde es ſein, ſo Kleines mit ſo Großem zu belohnen, und einen Menſchen mit einem ſo unverhofften als unerhör⸗ ten Gluck zu uͤberhaͤufen! Aber ach, ich bitte Sie um Etwas, Cäcilie, ohne Hoffnung, es zu erhal⸗ ten; ich weiß, daß ſolch' ein Opfer die Kräfte Ih⸗ res Geſchlechtes uͤberſteigt, und daß, ſeit es eine Liebe auf Erden giebt, nie ſolch' ein Beweis der Liebe gegeben worden iſt; und alſo bitte ich Sie darum, Caͤcilie, gleich dem Atheiſten, der von Gott ein Wunder verlangt, um ſich zu bekehren und ihn anzubeten.“ Darauf kuͤßte er Cäciliens Haͤnde und weinte ſelbſt, wie es ſchien.
„Ach, das iſt unmoͤglich,“ rief Cacilie, faſt be⸗ wußtlos, verloren in tauſend und aber tauſend Ge⸗ fuͤhlen, die ſo heftig ſich in ihr regten.„Zudem halten auch die Vorbereitungen zur Reiſe meinen Gemahl mehr als je hier zuruͤck, und Sie ſehen ſelbſt, daß es nicht moͤglich iſt.“
„Das iſt ein Vorwand,“ rief Heinrich.
„Ein Vorwand, mein Gott!— ein Vorwand!“—
„Nun, Cäcilie, wenn es kein bloßer Vorwand iſt, ſo weiß ich ein Mittel, das uns aus aller Noth


