nen, daß unter jenem Laͤcheln tiefer Kummer ver⸗ borgen war, nicht einſehen koͤnnen, was ich leiden mußte, um ſo zu lachen. Doch ja, waren nicht die Frauen, deren Bekanntſchaft Sie machten, leichtfertige, herzloſe Schauſpielerinnen? Oder iſt Ihr Mißtrauen, mein Herr, ſo groß und ſo blind, daß Thraͤnen, wie dieſe, Ihnen nichts ſagen?“ Sie legte Heinrich's Hand an ihre gluͤhende und thraͤnenfeuchte Wange.„Sagen dieſe nichts? Be⸗ weiſen dieſe nichts?— Nun denn, mein Herr, ſo gehen Sie,— gehen Sie, denn Sie floßen mir Abſcheu und Mitleid ein.“ „Das„Gehen Sie“ macht ſich wunderſchoͤn,“ erwiederte Heinrich,„und der Gedanke, mit meiner
Hand die Thraͤnen zu trocknen, wuͤrde auf dem
Theater erſchrecklichen Effect machen. Schade, daß
Sie nur fuͤr mich allein ſpielen, gnädige Frau,
und daß ich das ganze Stuͤck voraus weiß.“ Welchen Eindruck dieſe Antwort auf ein ſo
leidenſchaftliches und eigenſinniges Weib machen
mußte, wie Caͤcilie war, läßt ſich leicht denken.— Sie ſprach kein Wort, wurde todtenbleich, trocknete ihre Augen, nahm Heinrich's Hand in die ihrigen und begann, zitternd wie Espenlaub, mit dumpfer, ſchluchzender Stimme:
„Herr von Vaudrey, ich muß Ihnen, ohne zu erroͤthen, ein Geſtaͤndniß thun, welches mich vor
falſchen unterſcheiden; er hat nicht einſehen tön⸗
Schaam umbringen könnte; von jenem Tage an,


