Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Spiel und Ihren boshaften Scherz mit mir trei⸗ benz daß Sie mich mißbrauchen, mich zu Ihren Fuͤßen ſehen und mich da, wie vorhin, verhoͤhnen wollen; aber Ihre Lehre iſt gut, ich will ſie be⸗ nutzen.“

„Ach, ich bin ſehr ungluͤcklich!“ rief Cäcilie, und Thraͤnen ſtürzten aus ihren Augen.

„Wiſſen Sie, gnädige Frau,“ verſetzte Hein⸗ rich, immer noch mit gefuͤhlloſer Kälte,„daß ein Anderer, als ich, ſich durch dieſe Thraͤnen tauſchen laſſen konnte?“

„Aber wenn ich Ihnen ſage, daß ich ungluͤck⸗ lich bin,“ rief Caͤcilie,„daß ich weine, weil ich wei⸗ nen muß, ja weinen, denn ich haſſe und verachte mich eben ſo ſehr, wie ich Sie haſſe und verachtez ich verachte mich, weil ich, die ich ſo ſtark mich waͤhnte, ſo ſchwach vor Ihnen mich fand;z ſo ſchwach, daß ich Sie die Urſache errathen ließ, warum— Mein Gott, das iſt ſchrecklich!“

„Bravo, Frau Baronin, bravo! Mademoiſelle Raucourt koͤnnte nicht ſchoͤner ſprechen, und wenn ich nun denke, daß ich ganz allein hier bin, um eine ſo ſchoͤne Scene zu genießen, um einem Ta⸗ lent, das ſich ſo ploͤtzlich, ſo tief und ſo glaͤnzend entfultet, zu huldigen!“ ſagte Heinrich, immer noch mit kaltem Spott.

„Ach, das iſt zum Raſendwerden!“ rief Caͤ⸗ cilie außer ſich.„Er prahlt mit ſeiner Weiber⸗ kenntniß, und kann keine wahre Thraͤne von einer