Da zwang ſich Cäcilie zu einem noch heftigern Gelaͤchter und verſetzte:
„Wie, Herr Graf, Sie finden es nicht äußerſt ſpaßhaft, daß Sie, der Mann mit dem verderbli⸗ chen Rufe, Sie, das beneidete Muſter aller Fante des Hofes, thoricht genug geweſen ſind, Ihr Leben auf's Spiel zu ſetzen, auf das bloße Wort eines Weibes, das nie an Sie dachte, denkt, noch den⸗ ken wird?“
„Ich verſichere Ihnen, gnadige Frau,“ ſprach Heinrich mit bewundernswerther Kaltbluͤtigkeit,„daß, wenn ja unſer Verhäͤltniß fuͤr Jemand ſpaßhaft ſein kann, es dies nur fuͤr mich iſt.“
„Wahrhaftig, Sie ſpielen den Phlegmatiker meiſterhaft!“ erwiederte die Baronin, doch aͤrgerte ſie ſich heimlich uͤber Heinrich's Ruhe.
„Es iſt, bei Gott, kein Spiel, und warum, das will ich Ihnen ſagen. Erſtens, ſagen Sie, habe ich mein Leben auf's Spiel geſetzt; mein Ruf, glaube ich, iſt wohl werth, daß ich mir mit Fug und Recht alle Entwuͤrdigung verbitten darf; ſomit
iſt davon gar keine Rede mehr. Ferner habe ich
gehofft, meine Dienſte Ihnen nicht umſonſt ange⸗ boten zu haben; Sie nehmen ſie nicht an,— das iſt ganz naturlich; ich lache daruͤber,— das iſt noch naturlicher, weil, meiner Anſicht nach, nur ein einziger Mann in der Welt ſich, ohne ein Tropf zu ſein, daruͤber aͤrgern konnte, daß ein Weib ihn verſchmaͤhte oder verabſchiedete.“


