Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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durch die Luͤfte, mit ihm die Paſtellfarbenſchachtel, die im Wirbel auf eine von jenen ſchoͤnen chineſi⸗ ſchen Glasvaſen ſtuͤrzte, daß die Stuͤcken auf ei⸗ nen tuͤrkiſchen Prachtteppich niederklirrten.

Als Cäcilie die koſtbare Vaſe in Truͤmmern ſah, da ſtieg ihr Zorn auf's hoͤchſte und ward zu jener blinden Wuth, die verliebten Schwaͤrmerin⸗ nen oder verzogenen Kindern ſo eigen iſt, daß ſie, wenn ſie einen Gegenſtand in ihrer Wuth zerbro⸗ brochen haben, noch zehn, zwanzig und alles Ueb⸗ rige zertruͤmmern koͤnnten, worin ihnen nur das Schwinden ihrer Kraft Schranken ſetzt, ſo wie der bluttrunkene Soldat nicht eher aufhoͤrt zu ſchlach⸗ ten, bis er ſeinen Arm nicht mehr heben kann.

Caͤcilie gab ſich ſo dem ganz unlogiſchen Ge⸗ danken, daß, wenn man Etwas zertruͤmmert hat, man alles Andere auch zertruͤmmern muͤſſe, mit aller Kraft hin, und wie nun Alles zerſchlagen war, da konnte ſie freilich nichts Beſſeres thun, als in Ohnmacht fallen.

Gluͤcklicherweiſe hatten ihre Frauen dieſen hoͤl⸗ liſchen Lärm gehoͤrt, und kamen herbeigelaufen, loſten ihrer Gebieterin die Kleider, und beſprengten ſie mit ungariſchem Koͤnigswaſſer. Da ſchlug Cä⸗ cilie die Augen auf und kam wieder zu ſich.

Eine ihrer Frauen blieb bei der Baronin, und uͤberreichte ihr, ehe ſie wegging, geheimnißvoll einen Brief, den Cäcilie, als ſie kaum Adreſſe und Sie⸗ gel erblickte, in's Feuer warf. Darauf wollte ſie