Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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oft gedacht, daß nur Du mich lieben kannſt— und dieſer Gedanke war zuweilen ſehr bitter; höre, Rita, Du ſiehſt wohl ein, daß das Kloſterleben mir jetzt unmoͤglich wird; mein Leben biſt Du nunmehr, iſt Deine Liebe. Aber, Rita, ſage mir, wenn Du Dich aͤnderteſt, wenn Du mich nicht mehr liebteſt, Du, die Einzige, die mich lieben kann?“

„Heinrich!— Heinrich!“

—„Sag', ſiehſt Du es, was alsdann, wenn Du Dich aͤnderteſt, das Leben fuͤr mich wäre? Die⸗ ſes Leben, das Du mir heute ſo ſchön und ſo la⸗ chend machſt. dieſe Zukunft, die Deine Liebe mit Ehrgeiz und Ruhm ausmalt. dieſes ſchoͤne Daſein, das mich begeiſtert, mich belebt, ich ver⸗ danke es nur Dir; Du haſt es ausgeſprochen: wenn Du Dich von mir entfernteſt, wuͤrde ich ins Nichts zuruͤckfallen, nicht mehr in mein ſonſt ſo ruhiges und friedliches Leben, ſondern in ein Leben graͤßli⸗ cher Reue, untroͤſtlicher Erinnerungen, die vielleicht lange, lange anhalten wuͤrden, Rita!“—

—„Wohlan! ſo hoͤre, Heinrich!“ antwortete die Herzogin mit einer ungewoͤhnlichen Begeiſterung, „dieſe Furcht haͤtte mich nicht beſchlichen, ſiehſt Du, weil ich, Dich nach mir beurtheilend, mir ge⸗ ſagt haben wuͤrde: vermiede er mich, ich wuͤrde

ihn tödten!“ und dann, nach einem Augenblick des 1

Stillſchweigens:„wuͤrdeſt Du denn mich nicht toͤdten, wenn ich untreu wurde, Heinrich?“

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