ja auch noch mehr ſchuldig, Heinrich, als Liebe— Du ſollſt mich wie eine Herrin lieben und wie eine Erzeugerin— hoͤrſt Du, Heinrich, es gilt Deine Ehre— eine ſolche Liebe iſt ja etwas Hei⸗ liges und Geweihtes; und dann will ich nicht, daß dieſes Ausſehen, was mir gefaͤllt, andern Frauen gefalle, und da ich Dich einmal dieſer verhaßten Einſamkeit entriſſen habe, nicht wahr, Heinrich, Du verſprichſt mir, fuͤr die ganze Welt der trau⸗ rige Einſiedler von Koat⸗Vén zu bleiben;— fuͤr mich allein wirſt Du dieſen funkelnden Blick Dei⸗ nes Auges bewahren, dieſe lebhafte und uner⸗ ſchrockene Miene!— Doch wie thoͤricht bin ich!“ fuͤgte ſie mit einem Laͤcheln hinzu, das unter Thraͤ⸗ nen glaͤnzte,„meine Liebe allein iſt ſo maͤchtig, Dich ſo hoch zu berauſchen, nut Du biſt gewoͤhn⸗ lich ſo kalt, ſo ſchweigſam, daß ich ja die einzige Frau bin, die ſich zu Dir hinneigen kann. Geh, armes Kind! Deine Blaͤſſe, Deine Schwermuth wird die Andern weit genug verſcheuchen„. denn dieſe Blaͤſſe, dieſe Schwermuth kann nur mir ge⸗ fallen, ach! nur mir allein, ich ſchwoͤre es Dir,“ ſagte die Herzogin mit jener Miene inniger Ueber⸗ zeugung, welche alle Frauen annehmen, wenn ſie zu ihrem Geliebten von dem Reiz oder dem Laſter ſprechen, welche nach ihrer Meinung ihre Neben⸗ buhlerinnen gerade verfuͤhren muͤſſen.
—„Ich habe oft daran gedacht, Rita,“ ſagte Heinrich mit duͤſterm Ausſehn— ja, ich habe


