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getrut und ruhig unter dem Schatten der Abtei
verfloſſen, wie der Bach verborgen im Dickicht der
Gebuͤſche dahin rieſelt.— Schwach, ſelbſt Dul⸗
der, haͤtte ich die Schwachen und die Leidenden ge⸗
liebt; bald war mein Leben im huͤlfreichen Berufe fur dieſe abgelaufen;— und einſt erloſch es ohne
Gewiſſenskummer und ohne Furcht.— Einſt,
Rita, hingeſtreckt in meiner Zelle, noch mit dem
Blicke die langen Streifen des Oceans erſpaͤhend,
noch ein letztes Mal verſuchend, die erhabenen Har⸗
monien des Seewindes zu hoͤren, haͤtte ich dieſe Welt ohne Erinnerungen verlaſſen und ohne Furcht!“ Und Heinrich barg an Rita's Buſen ſein Antlitz.
„O!“ ſprach dieſe,„wenn Du wuͤßteſt, mit welcher trunkenen Luſt, mit welchem Stolze ich dieſes Geſtaͤndniß hoͤre! Wenn Du wuͤßteſt, Hein⸗ rich, wie ſuͤß es iſt, ſich zu ſagen: dieſe ſchwache und furchtſame Seele, die ihre Flugel bei der ge⸗ ringſten Beruͤhrung in der Welt einzieht, will ſie nur entfalten, um ſich gen Himmel zu ſchwingen! Dieſes Herz, das ſich Gott widmete, hat ſich mir geweiht; ich bin ſein Gott geworden; es gehoͤrt mirz ich bin ſein! Ja, Heinrich, Du gehörſt mir, mir gehoͤren auch Deine Thraͤnen und Deine Kla⸗ gen, die mich zur gluͤcklichſten der Frauen machen; gluͤcklich! ach ja, ſehr, ſehr gluͤckich! Und den⸗ noch, mein Heinrich, wie wenig gleichen ſich unſre Charaktere! Ich, die des Mannes kraͤftige und Die Seewarte v. Koat⸗Vön. I.


