Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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ſtolz erhabene Enkelin und Wittwe ſpaniſcher Gran⸗

den; du, deren Vorältern, als Abkömmlinge San⸗

cho's II., Anſpruͤche auf Kaſtiliens Krone haben! Bei der Bewegung, die Rita macht, erwacht

der ſchoͤne Einſiedler des Thurmes von Koat⸗Vön

wie aus einem Traume und erblickt, das Haupt emporhebend, endlich die Herzogin, auf die Arme des Lehnſtuhls geſtuͤtzt, die Herzogin, die ihn an⸗ betend betrachtet.

„Ach! Du biſt es,“ ſagt er mit Liebe,„Du warſt da

„Ja, ich, Heinrich! ich, Dein verſuchender Geiſt,“ ſagt ſie laͤchelnd und kuͤßt ſeine Stirn.

„O ſtill, ſtill!“ entgegnet der junge Mann, indem er ſie ſanft von ſich draͤngt, waͤhrend ein duͤſteres Gewoͤlk ſich uͤber ſeine Stirn verbreitet.

„Kind!“ entgegnet die Herzogin und ſchlingt ihre Arme um Heinrichs Hals,„immer zaghaft, wie ein junges Mädchen! Laß uns ſehen, ich will Dich uͤberfuͤhren und Dein aͤngſtliches Gewiſſen beruhigen!“

Und Rita, auf den Knien Heinrichs ſitzend, ſtuͤtzte ihr Haupt auf ſeine Schulter. Dann aber, als er nachdenkend und tiefſinnig blieb und ſeine Hand in den gluͤhenden Haͤnden der Herzogin zu

6is zu erſtarren ſchien, ſprach ſie mit Ungeduld:

liebſt Du mich denn nicht mehr?“

„Heinrich, ſo empfaͤngſt Du mich wieder?—