Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Meere, welches ein ungeſtuͤmer Landwind ſpielend aufregte, und der Guͤrtel der Inſeln und Klippen, deren dunkle Kaͤmme den Horizont begrenzten, zog ſich mitten durch den perlenden Schaum, der ih⸗ ren Fuß kuͤßte.

Dennoch lag eine gewiſſe tiefe Schwermuth in dem Anblicke dieſes reinen, einfoͤrmigen Himmels; das Gefuhl einer unbezwingbaren Traurigkeit wurde

dadurch erzeugt, und man hätte zu ſehn gewuͤnſcht,

daß die weißen Flocken irgend eines Gewoͤlks an dieſem immer gleichen Blau ſich entwickeln moͤch⸗ ten, gleich als haͤtte man auf den Anblick, auf die Geſtalten dieſes Gewoͤlkes, auf ſeine Contraſte ge⸗ rechnet, um die Seele von dem verwundenden Hin⸗ ſtarren abzuziehn.

Mit Recht; denn ein immer blauer Himmel, ein Himmel ohne irgend eine jener ergreifenden und langen Unterbrechungen von Licht und Schat⸗ ten, von Sonne und Finſterniß o wie traurig iſt ein ſolcher Himmel! ja, traurig; es iſt ein Le⸗ ben ohne Freude und Thränen, ohne Liebe und Haß!

Es war zwei Uhr, und um dieſe Zeit ſchwieg Alles auf dem Strande, war Alles ſtumm zu Koat⸗Vön. Nur das klagende Geſchrei des Tarek miſchte ſich manchmal in das dumpfe und regelmäßige Gemurmel der hohen Wogen, die ſich ſchwerfaͤllig an der Kuͤſte brachen zuwei⸗ len rauſchten die feuchten Fittige einer Seemoͤve