dem Eingange in die Gallerie aufgeſtellt, welche ſie durchſchritt, um ihre Gemaͤcher zu erreichen.
Die Diener waren in Trauer gekleidet, und Achſelſchnuͤre von breiten gruͤnen und rothen Ban⸗ dern mit Goldſpangen wehten auf ihrer linken
Schulter.
Der alte Stallmeiſter uͤbergab die Pferde den Händen des Reitknechts und ging in den Stall, um ſelbſt daruͤber zu wachen, daß die Coronella
mit der aͤußerſten Sorgfalt behandelt werde.
Als er gewiß war, daß dieſer Lieblingsſtute nichts fehle, kam er wieder, und blieb nahe an der Brucke, welche den Ehrenhof vom Vorhofe des Schloſſes trennt, ſtehen.
„Gott behuͤte Euch, Donna Juana,“ ſagte der
Stallmeiſter zu einer Frau, die, eben ſo bejahrt als
er, ſpaniſch, mit ſchwarzer Mantilla, Rock und Halskragen bekleidet war.
„Guten Tag, Perez was giebt es Neues?“
„Nichts
„Immer auf dieſen Felſen?“ fragte Juana, in⸗ dem ihre Hand nach Weſten deutete.
„Immer. Die Frau Herzogin ſteigt nach ei⸗ nem langen Stillſchweigen vom Pferde, ſie verfolgt einen Fußſteig mitten durch die Felſen, verſchwin⸗ det— und ich warte eine Stunde— manchmal zwei— allein, beim S. Jago, noch nie ſo lange wie heute.“


