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gebiſſenen Lippen, um das Schluchzen zu unter⸗ druͤcken, an dem ſie faſt erſti kte.
In Ihrer Lage war die Freundſchaft Claude's ein Schatz fuͤr ſie, und ſie fuhlte, daß ſie dieſen fuͤr immer verlor.
Zu zartſinnig und zu ſtolz, um Tabourenau glauben zu laſſen, daß ſie ihn konnte zuruͤckhalten wollen, ſagte ſie mit halberſtickter Stimme:
„Mir bleibt nur noch ein letzter Dienſt von Ihnen zu erbitten, mein Freund. Der Koͤnig und der Theater⸗Director haben das, was man ehedem die Leiſtungen der Pſyche nannte, ſo groß— muͤthig belohnt, daß ich bei dem Notar Duͤpont 50,000 Thaler deponiren konnte. Dies kleine Ver⸗
moͤgen will ich nach meinem Tode meinem alten
Balletmeiſter hinterlaſſen.“
„Ich weiß, ich weiß,“ ſagte Claude;„Sie ver⸗ geſſen, daß ich vor Ihrer Abreiſe von Paris Ihre Angelegenheiten in Ordnung brachte. Es iſt zwi⸗ ſchen Duͤpont und mir abgemacht worden, daß ich Ihnen das Geld gebe, deſſen Sie waͤhrend
ihrer Reiſe beduͤrfen koͤnnen, und daß er es mei⸗
nem Intendanten auf einen Empfangſchein von Ihnen zutuͤckerſtattet.“
„Um die Unternehmung, die ich wagen will, zu Ende zu bringen, brauche ich Geld,“ ſagte die Pſyche; nach kurzem Schweigen fuͤgte ſie dann hinzu, indem ſie vor Schaam erroͤthete und mit dem Tone ſchmerzlicher Demuͤthigung:„Herr von


