Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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„Oho, wir Bauern und Buͤrger ſind ſchon nicht mehr ſo ganz Knechte!“ erwiderte Claude mit lautem Gelaͤchter.„Ich will ſterben, wenn ich je, wie Sie, mein kleiner Herr, Liebesbriefchen getragen oder fuͤr irgend Jemand den geringſten Auftrag verrichtet habe. Es iſt freilich wahr, daß unſere Kinder, wenn ſie 15 Jahre alt geworden ſind, leider nicht mein Herr ſagen koͤnnen, wenn ſie von dem großen Herrn ſprechen, deren Dome⸗ ſtiken ſien ſind; aber dafuͤr tragen ſie wenigſtens keine Livréen und ſetzen ſich in unſere Wagen, ſtatt hinten aufzuſteigen*).“

Claude Taboureau hatte ſich unvorſichtiger Weiſe durch dieſe Worte mit den Edelleuten vom Hauſe des Marſchalls in Feindſchaft geſetzt, denn ſie konn⸗ ten einen Theil ſeiner Neckereien auf ſich beziehen.

Einer von ihnen, Herr von Saint⸗Pierre, er⸗ ſter Stallmeiſter des Marſchalls von Villars, ein Mann von großer Tapferkeit und ſehr reizbar, ſtand auf, und ſagte ſtirnrunzelnd zu Claude:„Hoͤren Sie, Herr Tourtereau, ſollten Sie ſich etwa ein⸗ fallen laſſen, ſtatt ſanft zu girren, wie Ihr Name verkuͤndet, mit dem Schnabel hacken zu wollen? In dem Falle, mort Dieu, werden Sie hier zehn Sperber fuͤr eine Taube finden, verſtehen Sie mich?“

*) Man weiß, daß bei der Königskrönung, ſo wie bei andern großen Feierlichkeiten die Pagen hinten auf den Wagen ſteigen.