gefallen ſei, und trachtete, ſich muthig daraus zu befreien. Seinen Scherzen fehlte es ſowohl an Feinheit als an attiſchem Salze, keineswegs aber an einem derben, obgleich zuweilen etwas rohen, natuͤrlichen Verſtande. Er kuͤmmerte ſich wenig darum, mit Anmuth zu treffen, wenn er nur ſtark traf.
„Und ich,“ entgegnete er daher,„ich halte Sie fuͤr den boshafteſten Affen der Chriſtenheit, weil ich uͤberzeugt bin, um ein Liebesbriefchen Ihres Herrn zu uͤberbringen und abzugeben, und den Ehemann nach der einen Seite zu locken, waͤh⸗ rend auf der andern Ihr Herr ſeiner Frau Sü⸗ ßigkeiten vorſchwatzt, giebt es Keinen, der ſo ver⸗ wegen iſt als Sie, mein Herr in der orangen Livrée mit carmoiſinrothen Borten.“
Claude wußte wohl, daß er den Pagen ver⸗
letzen wuͤrde, indem er die Worte Herr und Livrée ſtärker betonte. Die Art von Dienſtbarkeit, wel⸗ cher ſich die jungen Leute von ſehr guter Geburt in den Haͤuſern der großen Herren unterwerfen mußten, war eine von den Unannehmlichkeiten ihrer Lage.
Gaſton erroͤthete vor Unwillen und ſagte ſtolz: „Die, welche ſagen,„mein Herr“, von dem Pagen
aus edlem Geſchlecht, welcher von dem großen
Herrn ſpricht, bis zu dem großen Herrn, der von dem Koͤnige redet, konnen ihrerſeits ſagen Knecht, wenn ſie von Bauern und Buͤrgern ſprechen.“


