Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 227—

wundert, und fing an, irgend eine Schelmerei zu vermuthen; aber der Finanzmann war ſeit langer Zeit zu ſehr daran gewöhnt, ſich uber die Stiche⸗ leien der Hofleute luſtig zu machen, um ſich da⸗ durch ſehr einſchuͤchtern zu laſſen. Er antwortete deshalb heiter, indem er ſeinerſeits ſeine gewaltige Hand auf die Schulter des Pagen legte:„Und ich, meine Herren, erklaͤre Ihnen, daß ich dieſen Unverſchaͤmten fuͤr den boshafteſten Affen in ganz Frankreich und ſelbſt in der ganzen Chriſten⸗ heit halte.“

Gaſton von Mercoeur war ärgerlich uͤber das

vertraute Weſen Claudes, machte mit einer leich⸗

ten Bewegung ſeine Schulter frei von der ſchwe⸗ ren Hand des Cicisbeo und ſagte mit ſchlecht ver⸗ hehltem Unwillen:

„Wenn ich Sie fuͤr den tugendhafteſten und keuſcheſten Menſchen der Chriſtenheit erklaͤre, mein Herr, ſo geſchieht es, weil meiner Meinung nach der Ritter von der traurigen Geſtalt, in keuſcher Flamme fuͤr die Dulcinea entzuͤndet, die Schäfer

von Racan, welche nicht minder keuſch fuͤr ihre

Phyllis brannten, unerhoͤrte Wuͤſtlinge im Ver⸗ gleich zu Ihnen ſind, Herr Tourtereau, Herr Ta⸗ boureau, wollte ich ſagen.“

Die Edelleute laͤchelten boshaft uͤber das Wort⸗ ſpiel Gaſtons auf den Namen Claudes.

Der arme Cicisbeo bemerkte aus der Wendung, welche das Geſpraͤch nahm, daß er in eine Schlinge

15*