Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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des heiligen Stuhles antaſten, ſo wuͤrde man bald auch die unfehlbare Macht des heiligen Thrones angreifen. Noch ein Mal: wer die Tiara läugnet, laͤugnet die Krone; wer den Papſt läͤugnet, laͤugnet den Koͤnig.“

„Aber behauptet nicht der Koͤnig ſelbſt durch ſeine Erklaͤrung der vier Artikel, mehr Oberhaupt der gallicaniſchen Kirche zu ſein, als ſogar der Papſt? Stellt er nicht den heiligen Vater in Ver⸗ dacht? Unterwirft er nicht die Biſchoͤfe den Parla⸗ menten durch die Appellation gegen die Urtheils⸗ ſpruͤche geiſtlicher Gerichte?“

„Und wer ſagt Dir, daß das nicht ein großer, ein verderblicher Irrthum ſei? Oh, Boſſuet weiß nicht, was fuͤr einen Streich er dem Koͤnigthume, deſſen unwandelbare Autorität auf der Gnade Got⸗ tes ruht, verſetzt hat, als er geſtattete, daß die Un⸗ fehlbarkeit des Oberhauptes der Kirche ungeſtraft angetaſtet werden durfte.“

„Aber der Papſt iſt nur ein Menſch, und ſeine Unfehlbarkeit nichts als eine Fiction.“

„Ich bin auch nur ein Menſch, und meine. Beſchluͤſſe ſind dennoch unumſtoͤßlich! Der letzte Richter eines Seneſchallamtes iſt nur ein Menſch; der letzte Dorfrichter iſt ein Menſch und oft ein Dummkopf, und waͤre Pascal, Moliére oder New⸗ ton ſeiner Gerichtsbarkeit unterworfen worden, ſo wuͤrde ſein Urtheilsſpruch gegen dieſe großen Min⸗

ner vollzogen worden ſein und hitte vollzogen wer⸗

den muͤſſen. Ohne Zweifel wäre es peinlich, Pas⸗