Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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den Herrn, der Unterthan gegen den Koͤnig, das Geſchoͤpf gegen ſeinen Gott.“

„Aber, mein Vater, dieſer Krieg iſt kein Buͤr⸗ gerkrieg, ſondern ein Religionskrieg. Hätte man die Gewiſſensfreiheit der Religionaren nicht angetaſtet, haͤtte man ſie nicht durch unerbittliche Strenge zur Verzweiflung gebracht, wuͤrden ſie ſich dann wohl em⸗ poͤrt haben?“ fragte Juſt mit ehrerbietiger Feſtigkeit.

„Wenn die Erfahrung Deinen Verſtand ge⸗ reift haben wird, mein Sohn, wirſt Du den gan⸗ zen Sinn dieſer ſpitzfindigen Verſchiedenheit einſe⸗ hen. Wer katholiſch ſagt, ſagt monarchiſch; wer proteſtantiſch ſagt, ſagt republikaniſch; und jeder Re⸗ publikaner iſt ein Feind der Monarchie. Frank⸗ reich iſt aber weſentlich, und noch mehr ſogar, geo⸗ graphiſch monarchiſch. Seine Macht, ſein Gluͤck, ſein Leben hängen weſentlich von dieſer Regierungs⸗ form ab. Das theokratiſche Element, welches in ſeine geſellige Organiſation eindringt, hat ihm 14 Jahr⸗ hunderte der Exiſtenz verliehen; was die Druiden begonnen haben, vervollkommneten die Biſchoͤfe. Wir werden daher nie die Reform dieſe herrliche Hie⸗ rarchie der politiſchen Gewalt angreifen laſſen, welche die Größe und Kraft Frankreichs ausmacht. Un⸗ ſere Koͤnige ſind die erſtgebornen Soͤhne der Kirche. Wenn die Kirche ſie ſalbt, wenn ſie ihr Recht gött⸗ lich macht, um es unantaſtbar zu machen, ſo muͤſ⸗ ſen unſere Könige ihrerſeits dafur die Kirche gegen die Ketzerei vertheidigen; ließen ſie die unfehlbare Macht