lerer Groͤße und trug ein reiches ſchwarzes vene⸗ zianiſches Gewand; ſeine außerordentlich geiſtrei⸗ chen Züge ſchienen mehr durch die Arbeit, als durch das Alter angegriffen zu ſein; ſein feſter, durchboh⸗ render Blick, ſeine kräftige, entſchloſſene Stimme,
die ſtolze und impoſante Haltung ſeines Kopfes,
verliehen ihm einen Ausdruck voll Wuͤrde, Feinheit und Kraft, zuweilen jedoch gemildert durch ein Laͤ⸗ cheln der Sanftmuth oder des Spottes.
Fräulein Julie von Lamoignon, braun und friſch, mit großen ſchwarzen Augen, mit roſigem, etwas ſpottiſchem Munde, trug eine lange Robe von leinengrauen Taffet, mit orangen Schleifen be⸗ ſett. Ihre Tante, Frau von Baville, trug eine Carmeliterrobe. unter den ſuͤßen Freuden dieſes Familienfeſtes dachte der Intendant von Languedoc, umringt von den Seinigen, den Tag zuzubringen. Sah man ihn wechſelsweiſe ſo heiter, ſo gut, ſo freundlich ſpöttiſch, ſo hatte man den fuͤrchterlichen und ge⸗ furchteten Veamten nicht wieder erkannt, deſſen Name eine ganze Provinz zittern machte.
Herr von Baville machte ſich einen Spaß dar⸗ aus, ſeine Nichte, Fräulein Julie von Lamoignon zu quälen, indem er ſie mit boshafter Ausdauer fragte, weshalb ſie die orangen Farbe ſo liebte, die Farbe der Bänder, welche das Leibchen des jungen Maͤdchen ſchmuͤckte.
„Aber, lieber Onkel, ich verſichere Euch,“ ſagte


