— 262—
jedem Quartiere, das er verließ, irgend ein An⸗ denken mitzunehmen, hatte Meiſter Bon-Larron bei dem Apotheker in Uzés eine Kiſte mit Medi⸗ camenten mitgehen heißen. Er wollte dieſen Raub zum Nutzen ſeiner Compagnie verwenden, und ließ ſich daher einfallen, die kranken Mikelets zu be⸗ handeln, indem er einige der namenloſen Tro⸗ pfen, die er beſaß, unter einander miſchte, wie der Zufall es fuͤgte. Die wechſelnden Wirkungen die⸗ ſer ſonderbaren Arznei waren bald verderblich, bald auch nicht, hatten aber den Unteroffizier keineswegs irre gemacht; er ſetzte ſeine Experimente muthig fort, und wollte auch jetzt die Gelegenheit ergrei⸗ fen, ſie an ſeinem Capitain zu uͤben.
„Ihr fuͤhlt Euch matt? Nun, wenn Ihr wollt, ſo ſetze ich Euch einen kleinen Trank zuſammen, der vortrefflich gegen die Hypochondrie iſt. Unter den Flaſchen meiner Apotheke iſt eine mit Tropfen, ſo glaͤnzend wie Cryſtall; ſchon das bloße Anſehen muͤßte einen Todten erwecken und ergötzen.“
„Die Peſt erſticke Dich mit Deinem Tranke! Alle meine Mikelets, die aus Deiner Poͤllenkuche gekoſtet haben, ſind krepirt.“
„Wenn meine Atzeneien bei den Starrköpfen nicht anſchlugen, Capitain, ſo kommt es nur da⸗ her, daß ſie zu viel oder zu wenig nahmen; da ich Euch aber ſelbſt die gehoͤrige Portion von den gläͤnzenden Tropfen geben wuͤrde, die ich fuͤr ſo ſtärkend halte—“
———


