Teil eines Werkes 
42.-45. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 1.-4. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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Obgleich im Schooße der frommen und ſtren⸗ gen Familie erzogen, die wir zu ſchildern ſuchten, beſaß Johann Cavalier doch weder den träumeri⸗ ſchen Glauben Cöleſtens und Gabriels, noch den ſtrengen Puritanismus ſeines Vaters. Ziemlich puͤnktlich in Erfuͤllung ſeiner Religionspflichten, ver⸗ fehlte er dennoch keine Gelegenheit, ſich zu ergötzen.

So verfloſſen zwei Jahre. Mit 19 Jahren war Johann Cavalier, der ſchoͤn, muthig, luſtig, wohlgewachſen war, und ſich gut auszudruͤcken ver⸗ ſtand, der Held aller Handwerker von Anduͤze.

Gewiſſe Leute beſitzen von Natur die Fähigkeit, zu herrſchen; bei Cavalier zeigte ſie ſich bereits; er allein leitete alle Spiele und Uebungen ſeiner Zunft. Ueberall beſiegte er ſeine Gefährten im Ringen, Schießen, Laufen. Ein alter proteſtantiſcher Haupt⸗ mann, welcher alle Religionskriege des großen Her⸗ zogs von Rohan, wie die Hugenotten ihn nannten, mitgemacht hatte, gab ihm ſogar einigen Fecht⸗ unterricht.

Ein ſcheinbar unbedeutendes Ereigniß änderte die Laufbahn Cavaliers.

Es war im Jahre 1699; die Edicte gegen die Reformirten, welche bei ihrer Religion beharrten,

wurden von entſetzlicher Strenge.

Ludwig XIV. gab Befehl, Garniſonen in die Städte und Dörfer zu legen, in welchem der Fa⸗ natismus, wie man die proteſtantiſche Religion

nannte, am eingewurzelſten ſei. Der Flecken An⸗

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