Die Kuͤche des Pachthofes diente der ßwn zum Speiſeſaale.
Das Abendeſſen, welches in hoͤlzernen Schuͤſſeln auf einem groben Tiſchtuche von ſehr weißer Lein⸗ wand aufgetragen war, beſtand aus gebratenem Ham⸗ mel⸗ und Ziegenfleiſch, aus Gemuͤſen in Waſſer gekocht, aus Forellen im Gardon gefangen, aus Schafkäſen und einem Korbe wilder Maulbeeren.
Die Kornfruͤchte waren damals in dem Lande ſo ſelten, daß der Pächter und ſeine Familie allein ein ziemlich grobes Haferbrod aßen, waͤhrend die Ackersleute und die Dienſtboten unter ihr Fleiſch und Gemuͤſe gekochtes Kaſtanienmark miſchten.
Die Herrſchaft wie die Knechte tranken Brun⸗ nenwaſſer, welches in großen irdenen Kruͤgen abge⸗ kuͤhlt war, denn der Wein wurde als Ueberfluß be⸗ trachtet und zur Feier einiger Familienfeſte aufbe⸗ wahrt, ſo wie um die Gaſtfreundſchaft zu ehren.
Oben an dem Tiſche bezeichnete ein Armſtuhl von Eichenholz den Platz des Pächters. Als er hin⸗ ter ſeinem Sitze ſtand, trat Jeder zu dem ſeinigen, und eben wollte Hieronimus Cavalier des Bene- dicite beginnen, als er bemerkte, daß der erſte Platz zu ſeiner Rechten leer ſei.
„Wo iſt mein Erſtgeborner?“ fragte er ſeine Frau. Dieſe gab einer Magd ein Zeichen; ſie und kehrte bald darauf mit der Antwort zuruͤck: „Da iſt Herr Johann.“


