Teil eines Werkes 
42.-45. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 1.-4. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
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Geiſtlichen zu vernehmen; aber er glaubte auch, daß es den Proteſtanten ftrei ſtehen muͤſſe, ſich ohne Widerſtand niedermetzeln zu laſſen, und durch das Märtyrerthum die ewige Seligkeit der Gläubigen zu erkaufen.

Hieronimus Cavalier mißbilligte das Benehmen der großen Menge von Religionaren, welche, den Edicten zum Trotz, ihr Vaterland verließen, um in fremden Laͤndern ihre Religion frei ausuͤben zu können. Er betrachtete die fteiwillige Auswande⸗ rung als eine Schwaͤche, als eine ſtillſchweigende Billigung der willkuͤhrlichen Geſetze, welche die Ge⸗ wiſſensfreiheit antaſteten.—„Als redlicher Menſch und treuer Unterthan in mei⸗ nem Vaterlande leben,“ ſagte er,„das iſt mein Recht, und nur mit dem Tode werde ich auf dieſes Recht verzichten.“

In dem Flecken ſehr geachtet und ſehr beliebt, hatte er ſtets ſeinen ganzen Einfluß aufgeboten, um die Gemuͤther zu beruhigen, welche die neuen Ver⸗ folgungen von Tag zu Tage mehr aufregten.

Als die beiden Kinder Cöleſte und Gabriel die Peerden eintrieben, ſaß Hieronimus Cavalier auf einer Steinbank unter einem gewaltigen Kaſtanienbaum, welcher die Thuͤr ſeines Pachthofes beſchattete. Das ſcharf ausgeprägte Geſicht dieſes Greiſes, gebraͤunt durch die Feldarbeiten, hatte einen zugleich ſanften, feſten und ernſten Ausdruck. Er war ungefaͤhr funfzig Jahre alt. Seine langen grauen Haare fie⸗