In demſelben Augenblicke erſchien ein Reiter auf dem Saume des Huͤgels.
Es war der Religionar*) Ephraim, Wald⸗ huͤter von Aygoal.
Er ritt, ohne Sattel, eines jener kleinen Pferde der Camargue, die gewöhnlich voll Feuer und Kraft waren. Dieſes war ganz ſchwarz; ſein langer, flat⸗ ternder Schweif, ſeine dicke, uͤber die Augen herab⸗ fallende Maͤhne, gaben ihm ein wildes Anſehen.
Ephraim lenkte das Pferd mit einem groben Zaume von Stricken; ein dickes Stuͤck von einer Eſchenwurzel diente als Gebiß.
Die Tracht des Waldhuͤters war nicht minder wild als das Zaumzeug ſeines Pferdes.
Ephraim trug eine Art Caſacke aus einem un⸗ gegerbten Wolfsfelle, an dem man noch die Blut⸗ ſpuren von den Adern des Thieres ſah. Ein le⸗ derner Riemen hielt ſein langes Gewehr auf der Schulter; ein Ochſenhorn mit Pulver gefullt, ein Beutel von Ziegenleder mit Schrot und Kugeln,
und ein Jagdmeſſer mit holzernem Griffe hingen ihm
an der Seite herab; ein Paar Hoſen endlich von grober weißer Leinwand ließen, faſt nackt, ſeine kraͤf⸗ tigen braunen Beine gewahren.
Ephraims harte, entſchloſſene Zuͤge verſchwan⸗ den beinahe unter ſeinem dichten, ſchwarzen, ſtrup⸗ pigen Barte. Dieſer Bart ging ihm bis beinahe
*) Man nannte die Proteſtanten: Religionare, Cal⸗ viniſten, Fanatiker, Hugenotten.


