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vor, einem gemeinen, dummen und mißgeſtalteten Menſchen geopfert zu werden.«
v„Oh, mein Herr, das iſt ein grauſamer Scherz! 44
vIch ſcherze nicht, ich ſpreche die Wahrheit! — Paul, es iſt den Leidenſchaften des Weibes, wie des Mannes, nicht gegeben, ſich an einen Ge⸗
genſtand feſſeln zu laſſen, wie vollkommen er auch
ſein moͤge; die Thaͤtigkeit des menſchlichen Geiſtes wird es ſelbſt nicht einmal geſtatten, in dem Be⸗ ſitze eines idealen Weſens beſtaͤndig zu ſein. Alſo, Paul, wenn ein Weib ſelbſt einen vollkommenen Mann kennen lernte, wuͤrde ſie nicht bei ihm ſte⸗
hen bleiben; und da ſie nichts uͤber ihm finden
konnte, wuͤrde ſie unter ihm waͤhlen, ſie wuͤrde ſich vom Contraſte angezogen fuhlen. Iſt man aber einmal bei den Contraſten, ſo ſind die grell⸗ ſten auch die beſten; das iſt die Geſchichte der Frau Joconde' Haben Sie Joconde geleſen, Paul? 4
„„Nein, mein Herr. 44
„Nun wohl: Joconde war ein Prinz, ſchoͤn,
reich. Er verlaͤßt ſeine Frau, um eine Reiſe zu
machen. Sie iſt noch warm von ſeinen Kuͤſſen, da kehrt er plotzlich zuruck und findet ſie auf ei⸗ nem Lager mit einem ſeiner Bedienten, der dumm, haͤßlich und mißgeſtaltet war. Das iſt, wie ich ſagte, das unwiderſtehliche Beduͤrfniß der Contraſte; das iſt das alte Gleich⸗ 3 S


