Teil eines Werkes 
12. Theil, Der Salamander : ein Roman aus dem Seeleben : 2. Bändchen (1838) La Salamandre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

Die trunkne, gluhende, wuͤthende Maſſe draͤngte ſich durch einander, ſtieß ſich, ſchlug ſich, ſturzte und ſprang wieder auf. Naͤgel und Zaͤhne, Alles war gut, wenn nur das Blut danach kam. Aber kein Schrei!

Tiefes Schweigen! Nur von dem dumpfen Droͤh⸗ nen der ſchweren Fuͤße, welche zum Kampfe gegen den Boden geſtuͤtzt wurden, unterbrochen; die Seuf⸗ zer, welche die Sterbenden unterdruͤckten, das Schril⸗ len zweier Klingen, welche ſich auf derſelben Bruſt begegneten;— denn es war dunkel, nur noch eine Lampe brannte.— Aber tiefes Schweigen! Man hoͤrte keinen Schrei!

Die Fenſter waren geoͤffnet und man ſah bei dem ſanften Scheine des Mondes eine lachende Landſchaft, bluͤhende Orangenhaine, einen klaren Bach, welcher ſich durch eine gruͤne Wieſe ſchlaͤn⸗ gelte; in dem Laubwerke der Roſenlorbeeren blitzte das Feuer der Johanniswürmchen, und die Nach⸗ tigall floͤtete ihr ſanftes, klagendes Lied.

Die Koͤrper der Verwundeten und Todten be⸗ gannen den Kaͤmpfern im Wege zu ſein. Man trat zwar auf ſie, aber ſie gewaͤhrten keinen feſten Standpunkt und man ſtrauchelte daher oft; in einem Kampfe, Mann gegen Mann, Meſſer ge⸗ gen Meſſer, Zahn gegen Zahn, iſt der ganze Vor⸗ theil auf der Seite deſſen, der, wie jener Pro⸗

vengale, ſich auf beide Kniee legen und mit grau⸗

„