Teil eines Werkes 
13. Theil, Der Salamander : ein Roman aus dem Seeleben : 3. Bändchen (1838) La Salamandre
Entstehung
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in der Welt nur reine Gefuͤhle und ſanfte Nei⸗ gungen erblickte, entreißen, weil er ſelbſt, Szaffie, nur noch Haß, Laſter und Verbrechen kannte.

Denn wie bereits weiter oben erwaͤhnt, ging er darauf aus, die Seele zu todten, und nicht den Koͤrper. Das nannte er: die Dinge im wahren Lichte zeigen.

So groß iſt das Nichts der menſchlichen Ge⸗ rechtigkeit, daß ſie mit dem Tode ſtraft, wenn man dem Leibe eine Wunde verſetzt, die entweder heilt, oder auch wohl auf der Stelle toͤdtet; aber ungeſtraft laͤßt ſie die Seele martern, zerreißen, tropfenweis ein heftiges Gift ihr eintraͤufeln, wo⸗ durch ſie bei langſamem Feuer getoͤdtet, und in eine einzige Wunde verwandelt wird, die unheil⸗ bar bis zum Grabe blutet.

Mordet das Phyſiſche, und man toͤdtet Euch! Mordet das Moraliſche, und man laͤßt Euch in Ruhe, man lobt Euch ſogar noch zuweilen. Das iſt niedertraͤchtig, wahrhaft niedertraͤchtig. Ein Dolchſtoß, und hochſtens zwei Stunden Schmer⸗ zen, dann iſt Alles vorbei;— aber einem un⸗ ſchuldigen und glaͤubigen Herzen ſeine Unſchuld und ſeinen Glauben entreißen, das heißt einen Dolchſtich verſetzen, deſſen Wunde das ganze Le⸗ ben hindurch offen bleibt.

Einem Menſchen, der niederknieend betet: Mein Gott! ich fuͤhre ein trauriges, muͤhſeliges Leben; meine Mutter iſt todt; meine Kinder ſind todt;