ſters,— denken zu muͤſſen, daß dies Alles log! — Denken zu muͤſſen, daß aus dem Grunde ſei⸗ ner leeren, finſtern Seele, von Unglauben und ei⸗ ſiger Kaͤlte erfuͤllt, Szaffie abſichtlich dieſe Luͤgen herauf beſchwor und ſo glaͤnzend verhuͤllte!—
Er glaubte daher auch nicht an Freundſchaft; und doch fand die Freundſchaft ihn ſtets wohl⸗ wollend, offen und leicht zugaͤnglich; denn ſein ſcharfer Blick ließ ihn in jedem Menſchen ſchnell die Schwaͤche oder die laſterhafte Neigung erken⸗ nen, auf welche er zu wirken vermochte.
Der ganze verfuͤhreriſche und unwiderſtehliche Einfluß ſeines Geiſtes, ſeines Reichthums, ſeiner Stellung, wurde gegen die ſchwache Seite im Charakter eines Jeden gerichtet, wie gering ſie auch ſcheinen mochte; denn er war uͤberzeugt, daß jeder Menſch irgend eine Saite habe, welche bei der Beruͤhrung ſchmerzlich widertoͤne.
Auch an die Liebe glaubte er nicht; und doch verſchmaͤhte er nicht, die reinſte, gluhendſte Sprache, die ſinnreichſte Verfuͤhrungskunſt, die zarteſte Sorg⸗ falt und Aufmerkſamkeit, die innigſte Ergebenheit zu erheucheln, um zu ſeinem Zwecke zu ge⸗ langen.
Er glaubte nicht mehr an die Liebe; und doch naͤßten ſeine Augen ſich mit Thränen, ſein Herz pochte heftiger, ſeine Lippen bebten; doch wußte er ſeiner Stimme den ſanften, melodiſchen Ton der Liebe zu geben; doch ſtanden die Worte der gl⸗


