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Und ſchon fullten ihre ſanften blauen Augen ſich mit Thränen, und ſeufsend wendete ſie ſich in ihrem Bette um und legte ihre beiden Haͤnde mit verſchlungenen Fingern uͤber den Kopf.
Die Lampe war dem Erloͤſchen nahe; die Schat⸗ ten kaͤmpften mit dem erſterbenden Lichte.
In dieſem Augenblicke fiel der Blick Alicens
auf den Zweig des geweihten Kreuzes uͤber ihrem Bette.
Dort,« ſagte ſie mit leiſer Stimme, viſt das Cruzifir meiner Mutter, welches ſie mit ſterbenden Lippen kußte, der geweihte Zweig, der auf ihrem
arge ruhte 4
Und eine Thraͤne rollte uͤber ihre bleiche Wange.
»Dies Cruzifix hat mich nicht verlaſſen, we⸗ der im Kloſter, noch hier. Im Kloſter! Wes⸗ halb nahm man mich von dort weg? Mir war dort ſo wohl! Wie gefielen mir dort die Kirchen⸗ feſte und der Weihrauchduft! Mit welcher Freude trug ich die Fahne der heiligen Jungfrau, ganz weiß und mit Gold geſtickt! Wie gern ſang ich in Geſellſchaft meiner Gefaͤhrtinnen die ſchoͤnen geiſtlichen Lieder beim Klange der Orgel! Welch' eine ſchone, ernſte Muſik iſt doch die Orgel! Zu⸗
weilen mußte ich ſelbſt beben bei ihren Klaͤngen.
Und die Roſen, welche wir am Frohnleichnams⸗


