Teil eines Werkes 
11. Theil, Der Salamander : ein Roman aus dem Seeleben : 1. Bändchen (1838) La Salamandre
Entstehung
Einzelbild herunterladen

76

Kruppe. Ei, mein Talbot, wie haͤtte ich ein Pferd, wie Dich, zu theuer bezahlen koͤnnen! Vorwärts! Ueberfliege Graben und Zäͤune in kräftigem Sprunge. Vorwaͤrts, mein Talbot! Trage mich ſchnell, wie im Rauſche.

Aber indem ich von Trunkenheit ſprach, faͤllt mir ein: ſollte vielleicht das Gluͤck bei einem trun⸗ kenen Menſchen zu finden ſein, der ſeinen Ver⸗ ſtand vertrunken hat, und nun nicht mehr denkt, ſieht, hoͤrt?

Sollte das Gluͤck bei dem Buͤrger ſchlafen, dem Kleinkraͤmer, der ſtets dick, fett, rund, zu⸗ frieden, heiter und fröhlich iſt? Bei dieſem Bur⸗ ger, deſſen Frau bereits alternd, aber doch noch ſtets von ihrem Gatten angebetet, kurz und mür⸗ riſch iſt, aber die weißen Zaͤhne zeigt, ſo bald der erſte beſte Ladenjunge unter dem Comptoirtiſche ihr Knie droͤckt? Bei jenem Gewuͤrzkraͤmer, der ſeine Tochter Azeide, ſeinen Sohn Theobald nennt und ihn als Artilleriſten oder Uhlanen kleidet?

Bei dieſem Gewuͤrzkraͤmer, welcher ſtets Wähler, ſtets Abonnent des Conſtitutionel iſt, Geſchworner,

Unteroffizier der Nationalgarde, Liebhaber komi⸗ ſcher Opern und Vaudevilles, ſo wie der länd⸗ lichen Natur von Prés⸗Saint⸗Gervais? Bei

dieſem Gewuͤrzkrämer, welcher den Voltaire lieſt,

flucht, Tabak ſchnupft; welcher nie in die Meſſe geht, weil er ein ſtarker Geiſt und die Religion