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Oder ſollte das Gluͤck vielmehr in Verachtung des menſchlichen Betruges beſtehen, weil man Je⸗ den kennt, durchſchaut? Ihr findet ein junges Maͤdchen, ſchoͤn, elend, am Abgrunde des Laſters hintaumelnd und im Begriffe hinunter zu ſtuͤrzen. Ihr habt Mitleid mit ihr, Ihr entreißt ſie der Gefahr; Ihr ſalbt ihren Koͤrper mit Wohlgeruͤ⸗ chen; Ihr kleidet ſie; Ihr ſucht dieſem Koͤrper eine Seele zu geben, und ſie mit Dankbarkeit zu durchdringen. Dann, Dank ſei es Euernrinen, uneigennuͤtzigen Bemuͤhungen, bildet ſich ihr Geiſt, ihre Anmuth wäͤchſt, ihre Schoͤnheit wird voll⸗ kommen, Ihr freut Euch laͤchelnd Eures Werkes.
Aber eines Abends iſt Euer Werk mit einem Lakaien entflohen. Doch Ihr zuckt mit den Schul⸗ tern, und ſagt lachend: Ich erwartete das la und nicht eine Faſer Eiss efese wird ſchmerzlich beruhrt.
Sollte das etwa Gluc ſein? Oer vielleicht beſſer noch: Ein Freund Eurer Kindheit, mit dem Ihr alle Eure Guͤter gemeinſchaftlich machtet, Ihr Alles beſitzend, er Nichts; ein Freund, den Ihr mit Eurem Schwerte vertheidigt; ein Bruder, mit dem Ihr weintet, wenn er litt; ein ſolcher guter, zaͤrtlicher Freund benutzt eine Reaction, um Euch auszupluͤndern und auf das Blutgeruͤſt zu liefern. Wenn er dann koͤmmt, um Eure Hinrichtung mit anlehn, fragt Ihr ihn:»Wo bleibſt Du denn


