.
Jedermann war uͤber das Verſchwinden des Herrn Formon, deſſen Geduld und Sanftmuth ihn in dem ganzen Stadtviertel beliebt gemacht hatten, verwundert. Die Abweſenheit des Kaufmannes wird weniger in Erſtaunen ſetzen, wenn man den komiſchen Auftritt kennen lernt, der ſich in dem kleinen Zimmer zutrug, welches ſich gleich uͤber dem Laden befand und von Herrn Formon be⸗ wohnt wurde.
Der wuͤrdige Mann ging unruhig in ſeinem Zimmerchen auf und nieder, näherte ſich bald dem Fenſter, um einen Blick hinaus zu werfen, bald ſetzte er ſich wieder, und ſah voll Ungeduld nach der Wanduhr.
Herr Formon war etwa 50 Jahre alt, groß und mager; ſpaͤrliche graue Haare umgaben ſeine niedrige, runzelvolle Stirn; ſeine Augen waren von hellgrüner Farbe, ſein Kinn ſpitz, ſein Mund ſehr weit von ſeiner aufgeſtuͤlpten Naſe entfernt; und alle dieſe Zuge vereint, gaben ſeinem Geſichte den Ausdruck der Dummheit.
vEliſabeth,« ſagte er, vor einer Frau von etwa 40 Jahren ſtillſtehend, welche, auf einen kleinen Tiſch niedergebuͤckt, ſehr eifrig ſchrieb,„Eli⸗ ſabeth, was denkſt Du von dieſer Verzoͤgerung? Schon halb neun und noch keine Nachricht! Man wird meinen Vetter getäuſcht haben, und das waͤre mir auch recht.«
Eliſabeth machte eine heftige Bewegung, und


