und mager, auf faulendem Stroh den Hungertod ſterbend, und ohne Thraͤnen, ohne Gebete, ohne Schmerz in die Grube geworfen; denn die Tu⸗ gend hinterlaͤßt nie ein koͤnigliches Vermoͤgen.
Eine große Lehre muß dieſe Contraſte zu⸗ ſammen ſtellen; dann wird ſelbſt der Harther⸗ zigſte eine Thraͤne fuͤr die Tugend und Verach⸗ tung fuͤr das Laſter haben.
Dann erſcheint nicht Alles mit dieſem Er⸗ denleben beendigt; dann wird ſelbſt der Un⸗ glaͤubigſte auf den Gedanken gerathen, daß die goͤttliche Gerechtigkeit bei ſo vielen Verbrechen nicht ſchlafen kann, und daß zwiſchen dieſem und jenem Leben ein Unterſchied Statt findet. Aber wenn man roh das Laſter beſtraft, und die Tugend alle Augenblicke auf den Thron er⸗ hebt; wenn man einen Finanzpaͤchter an die Stelle Satans ſetzt, ſo muß man ſich wohl fragen: wozu nun noch Himmel und Hoͤlle? Jede Rechnung iſt abgeſchloſſen, und man weiß nicht, ob man nicht vielleicht das Ungeheuer auf Koſten des Gerechten beklagt. Man ſchil⸗ dere daher das Leben in ſeinen wirklichen Farben;
dann kann man wohl der Entzauberung angeklagt


