nicht aus Furcht— nein— gewiß nicht— O!l mein Theoderich, werde ich ſo ſchoͤn ſein? Sagl« ſ. buͤckte ſie ſich ſo nahe, ſo nahe auf den kleinen Spiegel, um die Blumen und Baͤn⸗ der, die ihrem Geliebten gefallen ſollten, genau zu beſehen, daß der friſche, reine Hauch ihres Mundes die helle Flaͤche des Spiegels truͤbte— Dann fuhr ſie mit ihrem niedlichen weißen Finger uͤber die feuchte Stelle— und ſchrieb traͤumend und laͤchelnd den Namen Theoderich.
Ein leichtes Gerauſch, das ſie vom Fenſter her hoͤrte, machte ſie beben— ſie wendete den Kopf raſch dorthin— ihre Wangen faͤrbten ſich rother, weil ſie ihr liebſtes Geheimniß be
Doch plötzlich erbleichten ihre Lippen, ſie ſtreckte krampfhaft die Arme aus, verſuchte außzuſtehen — aber vergebens— Sie fiel heftig zitternd auf ihren Stuhl zuruͤck—
Das ungluͤckliche Kind hatte den ſcheußlichen, misgeſtalteten Kopf einer Schlange erblickt, welche durch die Laden und Jalouſien gleitend, den Vor⸗ hang aufhob und kriechend hervorkam;— dann verſteckte ſie ſich einen Augenblick in dem vor dem Fenſter angebrachten Blumenkaſten. Dieſes au⸗ genblickliche Verſchwinden ſchien Jenny ihre Kraͤfte und Beſinnung wiederzugeben, ſie ſturzte ſich nach der Thuͤre der Gallerie, klammerte ſich an das Schloß, verſuchte es zu oͤffnen und ſchrie:„Zu


